Ein Rohrbruch kann innert Minuten massive Schäden verursachen. Mit der richtigen Sofortreaktion begrenzen Sie den Schaden und sparen tausende Franken.
Kurz gesagt: Bei einem Rohrbruch gilt: Hauptwasserhahn sofort zudrehen, Strom in betroffenen Bereichen abschalten, Schaden fotografisch dokumentieren, Versicherung informieren und einen geprüften Sanitär-Notdienst rufen. Jede Minute zählt — ein schnelles Handeln kann den Unterschied zwischen einer Reparatur für CHF 500.— und einem Wasserschaden für CHF 20'000.— ausmachen.
Der allererste Schritt bei einem Rohrbruch: Drehen Sie den Hauptwasserhahn zu. In einem Einfamilienhaus befindet sich dieser in der Regel im Keller neben der Wasseruhr. In Mietwohnungen finden Sie Absperrhähne unter der Spüle, hinter der Toilette und an der Waschmaschine. Wenn Sie unsicher sind, schliessen Sie den Haupthahn im Keller — lieber die ganze Wohnung ohne Wasser als ein fortlaufender Schaden. Markieren Sie alle Absperrventile im Voraus mit farbigen Aufklebern, damit Sie im Ernstfall nicht suchen müssen. In Mehrfamilienhäusern informieren Sie umgehend die Hausverwaltung, damit auch zentrale Absperrventile geschlossen werden können. Ein offener Rohrbruch verliert pro Minute bis zu 15 Liter Wasser — in einer Stunde sind das 900 Liter, die Böden, Decken und Wände durchfeuchten.
Wasser und Elektrizität sind eine lebensgefährliche Kombination. Prüfen Sie sofort, ob Wasser in die Nähe von Steckdosen, Verteilerkästen oder Elektrogeräten gelangt ist. Schalten Sie im Zweifelsfall die betroffenen Sicherungen im Sicherungskasten ab — oder den FI-Schutzschalter für die gesamte Wohnung. Treten Sie niemals in stehendes Wasser, wenn elektrische Leitungen betroffen sein könnten. Bei grösseren Wassereinbrüchen, bei denen Räume geflutet sind, rufen Sie die Feuerwehr unter 118. Die Feuerwehr verfügt über Pumpen und kann grosse Wassermengen schnell abpumpen. Bringen Sie wertvolle Gegenstände, Dokumente und Elektronik in trockene Bereiche — aber nur, wenn Sie sich dabei nicht in Gefahr begeben. Öffnen Sie Fenster, um die Luftzirkulation zu fördern und die Trocknung zu beschleunigen.
Bevor Sie mit dem Aufräumen beginnen, dokumentieren Sie den Schaden lückenlos mit Fotos und Videos. Machen Sie Übersichtsaufnahmen des betroffenen Raums, Nahaufnahmen der Bruchstelle (falls sichtbar), Fotos von beschädigten Möbeln und Gegenständen sowie Aufnahmen des Wasserstands. Diese Dokumentation ist für die Schadensmeldung an die Gebäudeversicherung und die Hausratversicherung unerlässlich. Melden Sie den Schaden noch am selben Tag — die meisten Schweizer Versicherer haben eine 24-Stunden-Hotline. Bewahren Sie beschädigte Gegenstände auf, bis die Versicherung den Schaden begutachtet hat. Entsorgen Sie nichts voreilig, auch wenn es verlockend ist. Ein gut dokumentierter Schaden beschleunigt die Abwicklung erheblich und verhindert Streitigkeiten über die Schadenshöhe.
Nachdem die Sofortmassnahmen erledigt sind, brauchen Sie einen Fachmann. Ein seriöser Sanitär-Notdienst führt zunächst eine Notabdichtung durch, beurteilt den Schadensumfang und erstellt einen Kostenvoranschlag. Bei einem typischen Rohrbruch in einer zugänglichen Leitung dauert die Reparatur 1 bis 2 Stunden. Achten Sie auf Transparenz bei den Kosten: Ein seriöser Betrieb nennt Ihnen vorab die Anfahrtspauschale (CHF 80.— bis CHF 150.—) und den Stundensatz (CHF 95.— bis CHF 180.— je nach Tageszeit). Lassen Sie sich immer einen schriftlichen Kostenvoranschlag geben, bevor die Arbeit beginnt. Über unsere Plattform finden Sie ausschliesslich geprüfte Betriebe mit transparenter Preisgestaltung.
Ein Rohrbruch lässt sich nicht immer verhindern, aber das Risiko lässt sich deutlich senken. Lassen Sie alte Wasserleitungen (über 30 Jahre) regelmässig inspizieren — besonders Leitungen aus verzinktem Stahl, die in Häusern vor 1980 verbaut wurden. Schützen Sie freiliegende Leitungen im Keller und in der Garage vor Frost: Bereits ab minus 5 Grad können ungedämmte Leitungen einfrieren und bersten. Dämmmaterial erhalten Sie im Baumarkt ab CHF 3.— pro Laufmeter. Achten Sie auf Warnsignale: Rostbraunes Wasser, schwankender Wasserdruck, feuchte Stellen an Wänden oder ein unerklärlich hoher Wasserverbrauch deuten auf Leitungsprobleme hin. Eine präventive Leitungsinspektion durch einen Fachbetrieb kostet CHF 200.— bis CHF 500.— und kann Sie vor einem Schaden im fünfstelligen Bereich bewahren.